März 2025 

Der Frühlingsmonat März kam zunächst zögerlich. Da und dort erwachten Frühlingsblumen (Leberblümchen, Winterling) und in den Gärten vor allem Primeln, Schneeglöckchen und Krokusse. Die Osterglocken mussten sich zunächst noch etwas gedulden. Das Wetter war oft noch grau und kühl und am Schlafzimmerfenster bildeten sich auch mal Eisblumen. Schwache Erinnerung an längst vergangen geglaubte Zeiten.

Fast täglich erreichten Europa, vor allem von der anderen Atlantikseite her, wirre Nachrichten, die man eigentlich gerne mit einem Schulterzucken abgehakt hätte. Zuweilen hatten sie allerdings das Potential zu äusserst ernsthaften Folgen und waren darum so gefährlich wie dumm. Eine Friedenskonferenz zur Lösung des Ukraineproblems einzuberufen, nachdem man kurz zuvor das geschundene Volk selber für den Krieg verantwortlich gemacht und seinen Präsidenten als Diktator bezeichnet hatte, das braucht schon Chuzpe. Der russische Diktator jedoch war begeistert. Die Grönländer dagegen, waren 'not amused' von der angebotenen Wahl, entweder gekauft oder erobert zu werden. Auch der Gazastreifen wird wohl nie mit den grosszügig von Trump Junior angebotenen Investitionen zu einer blühenden Riviera werden. Erfolgversprechendes ist da kaum dabei, schon gar nicht für die Betroffenen. Auch die Kanadier werden wohl noch etwas Zeit brauchen, bevor sie sich bewerben, als 51. Staat den USA beizutreten.
In Deutschland, wo die alte Ampel-Regierung kurz zuvor an der strikten Schuldenbremse zerbrochen war, weil sie mit deren Beschränkung nicht weiterzumachen wusste, konnte die jetzt neu gewählte Regierung nur dank eines finanziellen Kraftakts in zehnfachem Umfang und rekordhohen Schulden ihren Weg ins Kanzleramt überhaupt antreten. Zu allem Überdruss gelang auch das nur mit dem Plazet der Grünen, welche im Wahlkampf durch die Union fortwährend verlacht worden waren. Aber ohne deren gekaufte Zustimmung wäre jetzt ein Rückfall 'auf Feld eins' unausweichbar gewesen..

In Europa, wo nach vielen Jahren Wirtschaftswunder aktuell wieder ein Krieg herrscht, auf den kein Staat der EU vorbereitet gewesen war, fehlten überall die Mittel für eine angemessene Reaktion. Dazu waren die wirtschaftlichen Aussichten ausgesprochen düster.
Selbst den sonst so redegewandten Politikern mangelte es jetzt an Ideen und es fehlte vor allem der Mut zu wirksamen Lösungen.

Weil wir uns von dem politischen Geplärre nicht vollends deprimieren lassen wollten, lauschten wir fasziniert weiter unserem Hörbuch von Stefan Zweig zur Biografie des Weltumseglers Magellan, das wir bereits in der zweiten Hälfte des vergangenen Monats angefangen hatten. Wir hatten bis jetzt gehört, wie am 10. August 1519 Magellan in Sevilla zu seiner grossen Fahrt aufgebrochen war, in der festen Überzeugung, eine Weg nach Westen zu den sagenhaft reichen Gewürzinseln der Molukken zu finden. Der portugiesische Kapitän kommandierte dabei eine Flotte von fünf spanischen Schiffen, da er zuvor mit der selben Idee beim portugiesischen König abgeblitzt war. Seine Fahrt bewies seine Entschlossenheit und sollte zusätzlich den Beweis erbringen, dass die Erde eine Kugel ist. Dazu wollte man diese zum ersten Mal in einer geschlossenen Linie umrunden.

 

Am ersten Sonntag im März folgte Matz einer Einladung der Steampunk-Society Schweiz zum Besuch des Klang-Maschinen-Museums in Dürnten ZH. Und es war ein echtes Erlebnis!

Das KMM in Dürnten (Klangmaschinen Museum) zeigt eine der grössten Ausstellungen zum Thema «Mechanische Musikautomaten» der Schweiz. Präsentiert wird die gesamte Bandbreite von kleinen Zylindermusikdosen bis hin zu riesigen Chilbi- und Konzertorgeln. Absolut empfehlenswert!

Zuerst aber gab es einen ausgedehnten Brunch, sogar mit live Country-Musik der Band 'Tuff Enuff'. Nicht wirklich 'unserer' viktorianischen Zeit entsprechend, aber Steampunks sind ja Zeitreisende, daher beweglich und gegenüber allen Epochen und Stilen offen...

  

Dann aber folgten wir dem Ruf der Führung durch das Museum und wurden nicht enttäuscht!
Wir erlebten eine einzigartige Reise durch die Zeit und die Entwicklung mechanischer Technik von ca. 1850 bis 1940 anhand der vielen verschiedenen Musikautomaten. Ein herzliches Dankeschön an Toni Trachsel, der uns gekonnt in diese Welt voller Faszination einführte.

     

Nach sechs Stunden geselligem Zusammensein löste sich unsere bunte Gruppe auf.
Tschau zäme, bis wir uns nächsten Winter wiedersehen!

 

An einem anderen Wochende besuchten wir die Altstadt von Tiengen, die wegen ihrer unmittelbaren Nähe zum attraktiveren Städtchen Waldshut leicht übersehen werden könnte. Trotzdem ist sie einen Besuch wert.

     

Ganz prominent das Schloss Tiengen.

Wenn immer das Wetter sich von der freundlichen Seite zeigte, machten wir uns auf zu kleinen Wanderungen, bei denen es uns stets irgendwo ans Wasser zog. Beim ersten Mal folgten wir bei Eglisau dem Rhein an seinem rechten Ufer in Richtung Tössegg.

  

Beim zweiten Mal begannen wir bei Kaiserstuhl und folgten auch dort dem rechten Rheinufer flussaufwärts. Durch eine Landschaft, die förmlich auf den Frühling zu warten schien.

     

Am deutschen Rheinufer bei Kaiserstuhl steht das Schloss Rotwasserstelz.

 

Ganz besonders gefreut, hat uns der Besuch von Monika und Hans mit ihrem Chico in unserer Wohnung in Bühl. Auf einer Reise in die Ostschweiz haben sie den Umweg für diesen Besuch nicht gescheut. Sie waren während Jahren mit ihrer Baba Jaga auf den Binnengewässern durch ganz Europa unterwegs und wir haben sie in dieser Zeit mehrfach getroffen. Dass es uns jeweils beim Austausch von Erfahrungen nie langweilig geworden war, zeigt die lange Reihe von Besuchen. Sei es bei uns oder bei Ihnen (siehe Okt 2020, Nov 2021, Nov 2022 und März 2023, aber auch Jun 2017 und Aug 2017). Es war auch dieses Mal schön und wir freuen uns schon jetzt auf unser nächstes Treffen!

Ein paar Mal besuchten wir die Familie unserer drei Enkel. Sie hatten gerade ihr Haus der grösser gewordenen Familie angepasst und es zu diesem Zweck deutlich grösser und höher gebaut. Im Bestreben, dass die heranwachsenden Söhne auf jeden Fall genügend Platz vorfänden. Jetzt waren alle damit beschäftigt, ihr Leben in der neuen Umgebung zu organisieren. Trotzdem ergaben sich viele schöne Momente. Sei es beim Spielen zu Hause, beim ersten Mal mit den ungewohnten Stäbchen essen, wobei sich der grössere rasch als Routinier zeigte. Auch beim Abholen von der Schule, sowie während des Fasnachtsumzugs, wo der kleinste der Enkel aussergewöhnlichen Mut bewies, indem er sich ausgerechnet mit dem schrecklichsten der Schrecklichen furchtlos auseinandersetzte (Titelbild). Bei all diesen Anlässen bekamen wir immer wieder Gelegenheit, die Welt erneut mit Kinderaugen zu entdecken. Etwas, was man allzu leicht verlernt, ohne es überhaupt zu merken. 

   

   

   

So ging nach und nach auch der letzte Monat dieses Winters zu Ende und wir bereiteten uns allmählich auf die Rückkehr zu unserer Mizar vor. Wir freuen uns darauf, künftig wieder von dort über unser Leben auf dem Schiff zu berichten, was eigentlich der Zweck dieser Website wäre.
Bis zum nächsten Mal!

 

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